March 28, 2009
Heute war er nun, der grosse Tag des CPL Tests. Ich war schon die ganze Woche ein wenig nervös und habe meine
Unterlagen, Karten und Formulare vorbereitet. Aber eigentlich gab es nicht viel vorzubereiten, denn die Route bekommt man erst am Tag selbst und eine Stunde vor dem Abflug. Mein Fluglehrer mit dem ich die letzten Monate auf jede Prüfungssituation vorbereitet wurde war voller Vertrauen, daß ich die Prüfung bestehen würde. Er hat mich auch genug gequält und mich in brenzlige Situationen gebracht aus denen ich lernen mußte (aber alles natürlich unter sicheren Bedingungen). Er hat dabei ganzen Einsatz geleistet und ich war sein erster Commercial Pilot, welchen er zur Prüfung geschickt hat.
Also bin ich heute morgen nach dem Frühstück mit Madlens Mutter und ihrem Freund (gestern abend hier angekommen) nach Camden losgefahren, habe die Route zu zwei unterschiedlichen Bush-Strips bekommen, meine Routenplanung sowie Weight & Balance gemacht und dann ging es los. Das Wetter war gut zum Fliegen, nur ein paar Wolken hier und da.
Der erste Bushstrip war ein Stoppelfeld mit Schafen, welche wir erst einmal durch niedriges Überfliegen ein wenig vom Feld getrieben haben, danach gings dann zur Landung, welche mir gut gelungen ist. Dann wieder raus per Short-Field-Takeoff und mein Prüfer hat beschlossen die Route zu ändern. Also schnell im Flug umplanen und neue Kurse berechnen. Auf ging es nach Bathurst um dort am Flugplatz ein paar Indern zu begegnen, die hier lernen zu fliegen und leider dabei meist nicht so richtig die Regeln befolgen, also wachsam sein. Die Inder am Boden haben wir freies Feld und er nutzt das aus um mir ein paar simulierte Motorausfälle zu geben. D.h. also so auf der Landebahn zu landen und die Sinkraten und Entfernungen genau richtig abzuschätzen. Aber dafür hatte mich mein Fluglehrer gut vorbereitet.
Dann gings in ca 100m Höhe entlang einer Bahnlinie durch die Täler in den Blue Mountains zurück in Richtung Camden um dort noch ein paar Stalls, Steep-Turns, Instrumentenflug und ein paar Unusual-Attitute Revovery Übungen zu machen bevor ich nach 3,5 Std wieder in Camden landen durfte.
Mein Fluglehrer Dave war noch da und saustolz auf seinen ersten CPL Kandidaten der die Prüfung gut gemeistert hatte.
Ich war auch sehr erleichtert, daß diese Prüfung nun hinter mir ist. Die Vorbeireitung hat doch schon recht viel Zeit und Schweiß gekostet.

Heute abend gab es dann ein paar Bierchen zur Earth-Hour, welche wir bei uns um die Ecke am Wasser genossen haben bevor ich nun gleich totmüde in die Kiste fallen werde. Captains-Schlaf.
March 22, 2009
Letzte Woche war in Melbourne die größte Flugshow und Messe rund um Flugzeuge und Zubehör Australiens. Da mußten natürlich ein paar von unserer Flugschule hin…ich auch
Los ging es am Montag früh in miesem Wetter mit niedrigen Wolken, Nebel und Nieselregen. Wir sind mit zwei Cessna 182 und insgesamt fünf Leuten nach ein paar Stunden warten auf Wetterbesserung dann doch endlich los gekommen und haben uns ein Loch in den Wolken gesucht um darüber von herrlichem Sonnenschein begrüßt zu werden und über dem weissen Teppich bis über die Berge Hochebene zu fliegen.
Auf der westlichen Seite war dann herrliches Wetter den ganzen Weg bis nach Adelaide hinunter. Dort sind wir – wie die grossen – auf dem internationalen Flughafen gelandet, man hat uns vom Kontrolltower sehr schön hinein gelotst und uns ein Follow-Me Car geschickt was uns zu unserem Parkplatz gebracht hat. So einen Service sollte es überall geben
Eine Nacht in Glenelg mit herrlich betrunkenen Adailade Bewohnern, die den Tag dort frei hatten wegen eines Pferderennens (ähnlich dem Melbourn Cup), einem herrlichen Sonnenuntergang am Wasser bis es am nächsten Tag im Formationsabflug aus Adelaide nach Kagaroo Island ging. Aber vorher gab es noch einen Zwischenstop in Aldinga um die dortigen restaurierten Flugzeuge anzusehen. Weiter nach Kingscote, dem Hauptort der ansonsten recht leeren, aber tierreichen Insel.
Abends haben wir uns dort die Pelikanfütterung angesehen, welche Madlen und ich schon auf unserer Tour vor 4 Jahren so toll fanden. Der Typ der diese veranstalltet ist immer noch derselbe und sie ist weiterhin grossartig. Empfehle ich jedem, der dort mal hinkommt.
Von Kangaroo Island ging es entlang der Küste nach Mount Gambier zum Tankstop und dann weiter nach Melbourne Avalon, ca 50 km südwestlich vom CBD. Dort gab es ein extra angelegtes Feld zum Landen während der Airshow, da der Hauptflugplatz von den Teilnehmern der Airshow belegt wurde.
Zwei Tage haben wir uns dann dort Flugzeuge, Jets, Zubehör, Kunstflug, laute Düsenjäger und neuste Modelle der Flugzeugindustrie angesehen. Es was recht interessant, mit persönlich aber zuviel Militär und professionelle Flugunternehmen und zu wenig General-Aviation und Freizeitflug.
Ein paar Highlights waren:
- Rocketman: Einen Raketenantrieb auf dem Rücken…ganz schön schräg.
- Landung eines Fliegers auf einem fahrenden Truck mit Platform
- Cessna 400 Cockpit – sieht aus wie ein Mercedes unter den Kleinflugzeugen
- Jets an der Überschallgeschwindigkeit kurz über dem Kopf. Man hört sie nicht bis sie einen überflogen haben, dann wird’s aber so richtig laut und gruselig
- Connie (immer wieder toll sie fliegen zu sehen) – damals schon in Coffs Harbour
Am Donnerstag abend hat eine australische Freundin (und Ex-Kolleging von Madlen) in Melbourne ihre offizielle Buchvorstellungsparty gehabt. Madlen kam dazu aus Sydney und wir haben uns gefreut, dass ihr Buch soviel Erfolg und Anklang findet. Wir haben es beide natürlich schon gelesen und können es nur sehr empfehlen.
Eigentlich wollten wir ja am Samstag schon wieder zurück. Ein Flieger von uns ist auch gestartet, aber David und ich mußten den Leihwagen noch zurück bringen und in dieser Zeit hat sich das Wetter so verschlechtert, daß der Flughafen gesperrt wurde und wir noch eine Nach länger in Melbourne geblieben sind. Am Sonntag sind wir dann in niedriger Höhe und an der Küste entlang dann doch in Richtung Camden gestartet und das Wetter wurde schnell besser als wir Melbourne hinter uns hatten. Sydney empfang uns mit herrlichem Sonnenschein und CAVOK.
Ich freue mich schon auf unsere nächste Tour Ende April, eine “echte” Airsafari auf die Madlen mitkommt und die uns nach Western Australia trägt.
March 17, 2009
Es ist schon ueber einen Monat her, dass ich in Hamburg war anlaesslich der Beerdigung meiner Grossmutter. Vielleicht kein Zufall, dass heute ihr Geburtstagsdatum ist und ich jetzt endlich ueber meinen Hamburgaufenthalt berichte. Aber schreibt man so etwas in den Blog? Nicht unbedingt ein typisches Blog-Thema, oder?
Urspruenglich wollte ich nur vier Naechte bleiben, aber ich habe dann noch um eine Woche verlaengert, um meiner Mama bei einer bevorstehenden Operation beizustehen. Meine Freundin Regina hatte auch eine Operation zu bestehen. Ich habe mich also ueberwiegend auf meine Familie konzentriert und meinen Aufenthalt nicht als “Urlaub” empfunden. Was nicht bedeutet, dass ich keinen Spass hatte. Aber allein die Tatsache, dass ich von SAP 10 Tage “sick leave” (Krankheitsbedingte Abwesenheit) genehmigt bekam, machte diesen Hamburgaufenthalt anders.

Der Tod meiner Grossmutter ging mir naeher als erwartet. Vielleicht ist die Konfrontation mit dem Sterben einfach auch eine Konfrontation mit der eigenen Vergaenglichkeit und fuehrt so zu einer Gefuehlsmischung deren Urspruenge kaum mehr aufzuspueren sind. Was also auch immer die Traenen verursacht hat, sie haben mich beruehrt und ich bin sehr froh, dass ich die Reise nach Hamburg auf mich genommen habe, um meinen Papa beim Begraebnis seiner Mutter zu begleiten. So konnte ich kostbare Zeit mit meinem Papa und anderen Familienmitgliedern verbringen. Kurz vor meiner Abreise sind wir noch gemeinsam zum Eishockey gegangen – das war toll!

Ich habe die Stunden mit Regina und die Tage mit meiner Mama sehr genossen, trotz der traurigen und unangenehmen Begleitumstaende. Ein bisschen wie geschenkte, gemeinsame Zeit.

Anlaesslich des spontanen Besuchs, habe ich gelernt, dass ich die Entfernung sehr spontan ueberwinden kann, wenn es noetig ist. Das hat etwas sehr beruhigendes.
Alle die mich nicht gesehen oder gehoert haben, oder die mich vielleicht getroffen haben, aber ich war nicht ganz bei ihnen, bitte entschuldigt mein Schweigen oder meine Abwesenheit.
Ich habe den Schnee genossen, der reichlich gefallen ist und Hamburg wieder in eine der schoensten Staedte der Welt verzaubert hat.

Nur Schade dass ich die tolle Geburtstagsparty von meinem Onkel Dieter verpasst habe. Die war noch eine Woche spaeter.