Letzte Woche waren wir in Tonga, genauer gesagt auf den Inseln Tongatapu und Eua –
das liegt ja quasi hier “um die Ecke” mit nur 4 Std (bzw 5,5 Std auf dem Rückweg) Flugzeit (ca 3000km von Sydney). Den Flug dorthin hatten wir schon vor Ewigkeiten gebucht da wir wußten, daß dort ein neuer König gekrönt wird. Diese Festlichkeit wollten wir damit verbinden Frank & Gabi (Freunde von Madlen) dort zu besuchen. Sie wohnen in Nuku’alofa, der Hauptstadt (immerhin 22.000 Einwohner) von Tonga. Insgesamt besteht das Königreich Tonga aus ca. 170 Inseln verteilt über ca 1000km von denen nur ca 40 Inseln bewohnt sind. Insgesamt gibt es ca 100.000 Einwohner.
Los ging es also am Montag 28. July – weg aus dem kalten und verregneten Sydney. Der Flieger hatte natürlich erstmal fast 2 Std Verspätung (tonganische Verhältnisse) und war dann bis auf den letzten Platz voll mit Tonganern, die alle Ihre Familien besuchten und die Krönung feiern wollten. Alle hatten extrem viel Gepäck und tausende von Kartons, Plasikbeuteln, etc – in Tonga muß eben eigentlich alles eingeführt werden. Deshalb nimmt jeder mit was er kann, darf oder bezahlen kann.
Nach ca 4 Std kamen wir auf der Hauptinsel an wo uns die beiden schon erwarteten. Schnell mit dem Auto durch die Strassen (so schnell es eben geht bei den alten Klapperkisten) um dann um Mitternacht bei denen noch einen Snack zu bekommen bevor wir tot ins Bett gefallen sind.
Frank hatte ein “kleines” Programm für unsere Woche Urlaub ausgearbeitet und so ging es dann am Di morgen auch gleich los mit einer Stadtführung, einem Lunch im Cafe Friends, zum Talamahu Market (Obst und Gemüse sowie allerlei lokale Produkte), Kauf eines Führerscheins und diversen weiteren Erlebnissen (inkl. dem Jugendkampf zweier Schulen auf offener Strasse). Ausserdem sind wir in ein Stadion gefahren wo die Schulklassen Tänze und allelei andere Performances aufführten.
Die ganze Insel war in Feier-Stimmung. Man hatte viel aufgeräumt, Häuser neu gestrichen und auf den Strassen standen jede Menge Bögen mit Glückwünschen für den neuen König. Frank meinte, daß er die Insel noch nie so sauber und herausgeputzt gesehen hat (und er wohnt immerhin schon mehrere Jahre dort).
Leider sind in der Innenstadt durch Feuer jede Menge Gebäude zerstört worden. Die Tonganer haben 2006 diverse Gebäude in Brand gesteckt und wollten damit die chinesischen Geschäftsleute verjagen, welche durch Ihren Fleiß und Arbeit viel Geld verdienen.
Wir haben die Tonganer aber insgesamt als sehr freundliche, hilfsbereite Leute kennengelernt. Aber sicher sind sie keine Geschäftsleute und Service ist bei Ihnen nicht geboren
Abends sind wir dann nach einem Dinner im Cafe Escape zur Misswahl vom Heilala Festival. Hier saßen tausende von Tonganern auf der Strasse und guckten sich die mehrstündige Vorführung an bei der es leider immer mal wieder regnete.
Am nächsten Tag sind die beiden mit uns einmal um die Hauptinsel gefahren (sind nur ca 70km) und wir haben die vereinzelten und zum Teil gut versteckten Touristen-Attraktionen zu sehen bekommen. Schilder und Hinweise gibt es dort eher nicht…wozu auch – der Tourist kann ja ruhig suchen. Neben den Blowholes haben wir noch natürliche Steinbrücken, Strände mit viel Riff davor und eine Menge Kokospalmen und Regenwald gesehen. Ausserdem die überall verteilten Friedhöfe auf denen die Gräber schön geschmückt worden sind. Teilweise mit Bierflaschen…etwas ungewöhlich für westliche Verhältnisse, aber durchaus interessant. Am Oholelei Beach haben wir dann Picknick gemacht und sind abends nach viel Sightseeing zum Dinner im Kaati-Ni gewesen.

Dort wollten wir eigentlich einen Campari-O’Saft trinken, aber es gab keinen O-Saft. Genauso gab es eben diverse Weine von der Karte nicht und auch beim Essen war die Auswahl beschränkt, aber so ist das eben in Tonga. Es gibt nicht immer alles und man muß die Dinge so nehmen wie sie kommen.
Donnerstag sind wir beiden früh zum Flughafen um dort einen kurzen 10 Min Flug nach Eua (eine kleine Nachbarinsel) zu besteigen. Mit der kleinen Maschine ging es kurz hoch, niedrig übers Meer um nach Walen Ausschau zu halten und dann auf einem kleinen Buschstrip auf Eua wieder runter. Dort empfang uns eine Dame vom Hideway Resort in Ihrem alten Jeep. Dort frühstückt ging es los auf eine geführte 4WD – Tour um die Insel. Aber vorher hatten wir noch Zeit ein paar Wale zu beobachten, die direkt vor der Küste dort im Wasser spielten.
Dann ging es mit ein paar Leuten rauf auf die Ladefläche eines kleinen Lasters, notdürftig mit Holzbänken zum sitzen ausgestattet über die unebenen Strassen der Insel zu diversen Aussichtspunkten, Steilküsten, Stränden und Regenwäldern. Ausserdem haben wir viel Kunst aus Tapa gesehen. Abends tat uns der Hintern dann doch ganz schön weh vom ewigen Geschüttel und Gerüttel.
Unser Flug sollte so gegen 16:30 Uhr zurück gehen…aber wie es so auf den Inseln meist ist gab es zu dieser Zeit tiefe Wolken mit Nieselregen. Also konnte der Flieger nicht kommen und wir mußten auf der Insel bleiben – zum Glück hatte das einzige Resort noch ein Zimmer frei und so holte uns die Dame vom morgen auch nach 2,5 Std warten am Flugplatz wieder ab. Das (zugegebenermaßen nicht besondere) Abendessen auf der Terrasse mit kühlem Bier hat unsere Laune dann wieder gehoben. Wir sind dann am nächsten Morgen mit der 7:50 Maschine zurück geflogen. An dem Freitag stand die Krönung des Königs auf der Hauptinsel an und natürlich waren alle anderen (späteren) Maschinen ausgebucht.
Freitag war dann die Krönungsfeier. Sie fand natürlich unter Ausschluß der Öffentlichkeit statt. Aber man sah doch eine Menge Leute die in Ihren Uniformen, traditionellen Anzügen mit Rock, Kostümen, etc durch die Strassen liefen. Ausserdem waren natürlich eine Menge Militär-Paraden zu sehen.
Wir haben uns durch die Strassen treiben lassen und sind abends zu einem Tongan Feast im Liku’alofa Resort gegangen wo diverse Tänze und Geschichten um die pazifischen Inseln Fiji, Samoa und Tonga erzählt worden sind. Vorweg gab es tonganische Spezialitäten, also bspw Taro, Pork, Fisch und sweet potato. Ein paar Dinge sind sehr lecker…andere ein wenig gewöhnungsbedürftig.
Samstag und Sonntag waren wir dann glaube ich relativ faul und haben den Tag mit Schlafen und einem
Strandspaziergängen verbracht. Dabei habe ich eine schöne Muschen gefunden – mit Bewohner. Eine riesige Schnecke saß dort und schaute mich mit den Augen an. Wir haben Sie dann wieder ins Wasser gelassen.
Zurück ging es am Montag – der Flieger war sogar recht pünktlich – ins kalte Sydney. Nach den paar Tagen Sonne und vor allem warmen Temperaturen frieren wir nun hier noch mehr. Es wird Zeit, daß der Frühling hier beginnt !!!
Frank & Gaby waren ganz hervorragende Gastgeber und wir haben uns sehr wohl gefühlt bei Ihnen im Haus. Vielen Dank für alles – wir hoffen ihr hattet auch ein wenig Spaß !!!
Das Programm von Frank war reichlich und wir müssen sicher nochmal einen Flug nach Tonga buchen um die nicht geschaften Dinge nachzuholen und auch ein paar weitere Inseln zu erkunden.
Neben den paar Fotos hier gibt es noch eine vollständige Übersicht der Fotos bei Picasa.
- Fest in Tonga
- Obst und Gemüsemarkt in Tonga
- Höhlen in Tonga
- Am Strand von Tonga
- Geschmückte Gräber auf Tonga
- Geschmückte Gräber auf Tonga
- Steinbrücke auf Tonga
- Steinbrücke auf Tonga
- Regenwald auf Eua
- Blowholes auf Tonga
- Geschmückte Strassen in Tonga
- Hütten am Strand von Tonga
- Schnecke am Strand von Tonga
- Blowholes auf Tonga
- Wale vor Eua
- Wale vor Eua
- Tapa Kunst auf Eua
- Inseltour auf Eua
- Steilküste auf Eua
- Inseltour auf Eua
- Steilküste auf Eua
- Steilküste auf Eua
- Inseltour auf Eua
- Naturstein Brücke auf Eua
- Tiefe Schluchten im Regenwald auf Eua
- Tänze beim Tongan Feast
- Tänze beim Tongan Feast



























