December 31, 2007
Seid gestern abend sind wir wieder in Sydney und genießen es mal wieder im eigenen Bett zu schlafen.
Unsere Tour nach Melbourne war schön, manchmal etwas anstrengend (bei fast 40°C in der Mittagssonne will man sich nicht wirklich bewegen), abwechslungsreich und erholsam zu gleich – also rundum gelungen. Hier nun ein paar kurze Berichte, Fotos, etc.
Erstmal habe ich Madlen als meinen ersten Passagier ein wenig um den Flugplatz in Camden geflogen. Leider war das Wetter schlecht und die Wolken hingen auf 800ft (ca 250m), so daß wir nur ein paar Platzrunden gemacht haben und nicht in die Trainingsarea geflogen sind.
Danach sind wir ja nach Eden gefahren, ein Ort in den wir im Oktober/November nochmal müssen, da dort die Wale auf Ihrem Weg zum Südpol anhalten um zu fressen. Man soll dort also wunderbar Wale beobachten können – vom Festland und vom Schiff aus. Wir hatten dort nur eine Übernachtung bevor es weiter ins Wilsons Promontory ging:

Dort haben wir zwei Nächte verbracht und versucht möglichst viele Wanderungen in dem herrlichen Nationalpark zu machen und den immer wieder auftretenden Schauern zu entkommen. Es war meist stürmisch und brennende Sonne wechselte mit heftigen Regenschauern – ein wenig wie Aprilwetter. Im Wilsons Prom gibt es jede Menge herrliche Tracks zum wandern (teilweise über mehrere Tage), endlose Strände und viele Tiere. Neben Roos und Wallabies haben wir auch endlich mal ein lebendes Wombat gesehen (tote lagen genug am Strassenrand herum), jede Menge lästige Fliegen und Bullants (riesige Ameisen). Weiterhin gab es Waldabschnitte in denen man sich die Ohren zuhalten müßte weil die Zirkaden in den Bäumen einen höllischen Lärm machten. Überall waren die leeren Hüllen der gehäuteten Zirkaden an den Bäumen und Sträuchern.
In Melbourne haben wir dann den Heiligabend mit Marc, seiner Frau Kasia und Sohn Max verbracht – traditionell am 24ten abends mit leckerem Dinner und Geschenken. Danke an Marc & Kasia nochmal für die schöne Zeit dort.
Unser B&B können wir nur empfehlen – La Maison de Babette. Ein wunderbares Haus mit französischem Charme.
Am 25ten sind wir mit Kasey und Chris zu Freunden gefahren und haben dort einen wunderbaren Tag mit diversen Leuten verbracht, ein leckeres Lunch genossen und viel gelacht.
Der 26te (Boxingday) began mit einer Tour durch die Innenstadt – am 26ten fallen hier die Preise dramatisch zum Jahresendverkauf und eine Preisschlacht beginnt, welche massenweise Menschen anzieht. So war es uns dann auch schnell zu voll und wir sind mit Kasia geflüchtet, zunächst nach Fitzroy (einen Künstler-Stadtteil nördlich der Innenstadt von Melbourne) und später nach Williamstown zu Marc und Max wo wir den Abend ausklingen ließen.
Auf dem Rückweg machten wir halt auf Philip Island, eine kleine Insel ca 1,5 Autostunden von Melbourne. Wir waren leider nicht die einzigen. Scheinbar macht fast ganz Australien Urlaub an der Küste und so waren die Attraktionen (Pinguine) mehr als übervoll und wir haben uns an die Küste östlich von Philip Island geflüchtet wo es auch schöne Gegenden, Strände und kleine Örtchen gibt.
Zurück ging es dann über eine Übernachtung in Tilba Tilba und volle Strassen nach Sydney wo wir uns nun auf unsere Sylvesterfeier mit Mick (gerade aus Byron Bay hier), Axel & Kathrin und weiteren Leuten am Potts Point freuen. Die Sonne brennt und so werden wir wohl einen herrlichen Abend mit Blick auf die Brücke haben und das Feuerwerk genießen.
Aus Down Under für alle einen guten Rutsch, einen guten Start im neuen Jahr und die besten Wünsche für 2008 !!!
December 25, 2007
Wir sind gut in Melbourne angekommen am 24ten abends und haben den Heiligabend mit Marc (ehem. AOL Kollege, welcher vor 7 Jahren nach Australien ausgewandert ist), Kasia (seiner Frau) und Max (fast 3-jaehriger Sohn) verbracht.
Heute, am 25ten, gab es ein wunderbares Fruehstueck in unserem Bed & Breakfast (mit frischen Croissants, da die Besitzer Franzosen sind) und den Tag haben wir mit Kasey und Chris (Kollegin von Madlen mit Ihrem Freund) bei Nadia (ehem Griechin) mit ganz vielen Leuten und leckerem Essen verbracht. Alles ganz ohne Weihnachtsstress
aber eben auch ohne Familie, Verwandten und Freunde.
Aber nach wie vor ist keine wirkliche Weihnachtsstimmung hier zu verspuehren – es ist einfach etwas anderes, wenn es bis 21 Uhr hell ist und die Temperaturen um die (immerhin nur) 20 Grad sind. Es fehlt einfach etwas um das wir euch derzeit beneiden.
Also – geniesst eurer Weihnachtsfest im kalten Deutschland. Weihnachten fuehlt sich so “wirklicher” und stimmungsvoller an. Wir denken an euch und wuenschen:
MERRY CHRISTMAS VON MADLEN UND SVEN
December 20, 2007
Morgen ganz früh fahren wir los auf unsere Weihnachtstour
In Australien ist diese Zeit noch extremer als in Deutschland die Sommerferien. Australien macht quasi alles zu in der Zeit von Weihnachten bis Mitte Januar. Und fast alle fahren weg – also denken wir Freitag früh können wir den Megastaus noch entkommen.
Zunächst geht es nach Camden wo ich Madlen einmal in die Luft gehen lassen will. Ich habe nämlich seid dieser Woche meine GFPT-Lizenz und darf Gäste in der Trainingsarea von Camden mit einer Piper Warrior oder Citabria herumfliegen. Hoffen wir, daß das Wetter es morgen zuläßt – heute war ab ca 1500 ft eine Suppe in der man nicht wirklich weit weg von Flugplatz fliegen will.
Danach geht es weiter zu einem Bekannten in der Nähe von Mittagong zum Mittag. Anschließend endet später die Tagestour in Eden in einem B&B. Weiter geht es zm Wilson Promontory Nationalpark am Tag drau – dort werden wir zwei Nächte bleiben und dann nach Melbourne weiterdüsen um dort Heiligabend mit Marc (einem alten Arbeitskollegen von AOL) zu verbringen und am 25ten ein Picknick (mit Barbie) mit einer Kollegin von Madlen machen. Alles natürlich in der Sonne und bei fast 30°C.
Zurück geht es dann über Philip Island (zwei Nächte) und Tilba Tilba wieder nach Sydney für das Sylvesterfeuerwerk. In der Woche nach Sylvester fahren wir nach Byron Bay im Mick zu besuchen.
Allen daheim gebliebenen wünschen wir schöne Weihnachten und auch schon einmal einen guten Rutsch ins neue Jahr 2008 !!!

Vor ein paar Wochen haben Sven und ich zusammen mit einer Kollegin (Angie) einen Bootsfuehrerschein-Kurs gemacht. Am Ende des zweistuendigen Kurses konnte man den Test zum Erwerb des Bootsfuehrerscheins machen. Anschliessend ging es noch auf ein Boot, um (wie wir dachten) ein paar praktische Uebungen zu absolvieren. Das erwies sich aber als Trugschluss.
Sven und ich haben die Broschuere vor dem Kurs einmal durchgelesen, so dass wir uns schon mal mit dem Stoff vorher beschaeftigt haben. Der Test selber bestand aus 40 typischen Multiple Choice-Fragen, wobei man und vor allem frau bei den ersten 15 keinen einzigen Fehler machen durfte. Nun war ich die einzige von uns dreien, die nochmal zum Test antreten musste. Das war ja schon peinlich genug. Zumal ich ein gutes Gefuehl hatte. Leider wurden uns die Fehler nicht mitgeteilt, die wir beim ersten Durchgang gemacht hatten. So begab es sich also, dass ich den selben Fehler zweimal machte!! Quasi ein Cardinalfehler, da es sich um eine Frage ueber die Cardinalmarker handelte, die ich mit einer anderen Bojensorte verwechselt hatte.
Die mich kennen, koennen sich ungefaehr vorstellen wie sehr ich mich geaergert habe, zumal ich nach dem zweiten Scheitern erfahren habe, das ich sonst alle Fragen richtig beantwortet habe. Da war der Tag fuer mich eh gelaufen und zur Kroenung war die anschliessende Bootstour auch noch superlangweilig. Und von wegen praktische Uebungen, wie man sich das als Deutsche so vorstellt. Die Theorie war halt aufs Boot verlagert und wir durften einige Mannoever beobachten und sogar mal fuer ein paar Minuten steuern! Toll! Das durfte ich schon als Vier- oder Fuenfjaehrige auf der Fahrt von Amrum zu den Seehundsbaenken. Das war mal wieder Lehrgeld, da der “praktische” Teil gar nicht fuer den Lizenserwerb erfoderlich war!
Den Fuehrerschein fuers Auto oder Motorrad erhaelt man aehnlich guenstig und schnell. Ein kleiner Test und im Falles des Motorradfuehrerscheins ein paar Uebungen auf einem Testgelaende. Ueber den zweiten Gang kommt man da nicht hinaus. Den restlichen Teil der Praxis holt sich der Australier oder Einwanderer auf der oeffentlichen Strasse mit einem “L” wie “Learner” bewaffnet, das er nach ein paar Wochen gegen ein “P” wie “Provisional” eintauschen kann.
Letzte Woche Mittwoch bin ich dann also noch mal angetreten zum Bootsfuehrerscheintest – bestanden! Puh noch so eine Schlappe haette ich nicht verkraftet.
Sven war so liebenswuerdig keinen Eintrag ueber diese Begebenheit zu machen. Danke mein Liebster!
Diese Woche Montag sind wir zum Marineamt gegangen und haben unsere Lizens beantragt. Das kostet natuerlich Geld und etwas Wartezeit. Aber wir haben jetzt das Recht uns ein Boot zu leihen und damit rumzuschippern. Ist das nicht cool? Eine Mooring (Bootsanlegeboje) haben wir uns auch gleich bestellt in Lavenderbay (wir sind auf Platz 10 auf der Warteliste). Der Plan ist im neuen Jahr mit ein paar Leuten zusammen ein Motorboot zu kaufen.
December 14, 2007
Heute war das Wetter endlich (!) mal wieder so gut und die Wolkendecke so hoch, daß ich meinen Navigationsflug nach Canberra machen konnte. Es ging also darum die folgende Strecke abzufliegen: Camden – Moss Vale – Lake Bathust – Canberra (mit Landung) – Yass Township – Crookwell – Bindook – The Oaks – Camden (YSCN – Moss Vale – LBT – YSCB – ASST – YCRL – BIK – THK – YSCN).
Ich bin zunächst eine Stunde allein in der Trainingsarea von Camden (ca 70 km südwestlich von Sydney) rumgedüst bevor ich dann den Flug nach Canberra mit den aktuellen Windverhältnissen berechnet habe. Die Maschine mit der richtigen Menge Sprit betankt, einen Flugplan eingegeben und an die Behörden geleitet ging es dann los.
Hier gibt es eine Strecke für Autos – wir sind natürlich einen direkteren Weg geflogen. Die Flugzeit war ca 1:15 pro Strecke und die Herausforderung war die Kommunikation mit Canberra Approach, Canberra Tower und Ground. Dort ist nämlich einen ganze Menge Verkehr mit Jets und vielen anderen großen und kleinen Flugzeugen (eben auch viel Linienverkehr).
Eine große Kontrollzone ist eingerichtet und der Funkverkehr ist ziemlich heftig. Ich fand ja immer schon Funkverkehr in Deutschland und in deutscher Sprache war schwierig, hier ist das alles natürlich noch ne Nummer härter mit den verschiedenen Slangs und in Englisch.
Also erstmal zur Kontrollzone finden ohne irgendwelchen Luftraum zu verletzten. Das Navigieren gelingt mir aber schon ganz gut und so waren wir nach ca. einer Stunde am “Lake” Bathust – ein See welcher kein Wasser enthält. Dort mußte ich mich bei Canberra Approach anmelden (die sitzen übrigens in Melbourne und arbeiten nur Remote per Radar). Die haben mir dann einen SQUAWK zugeteilt und nachdem sie mich auf Ihrem Radar identifiziert hatten durfte ich nach deren Vorgaben in die Kontrollzone einfliegen und weiter gings Richtung Flughafen über einen weiteren riesigen. leeren See (Lake George). Immer mal wieder meldeten Sie sich um mir Höhenänderungen durchzugeben (welche natürlich auch alle bestätigt werden müssen). Dann kam so langsam ein Gebiet in Sicht was wie ein Flugplatz aussah. Nun wurde ich “übergeben” an Canberra Tower (welche auch wirklich dort im Tower saßen). Ich durfte Runway 30 benutzen und hatte die Freigabe zum Landen. Also schnell runter und rauf auf die Piste, abbremsen und schnell wieder runter, denn hinter mir kam schon der nächste Flieger.
Canberra Ground hat mich dann per Funk zur Parkposition gelotst (über diverse Taxiways) wo ich dann erschöpft erstmal den Motor abstellen konnte und zur Flasche Wasser greifen konnte.
Lange ließ mich Jim nicht pausieren und es ging das gleiche Spiel wieder rückwärts: Erst Taxi-Request und Clearing von Canberra Ground, dann Lineup und Start von Canberra Tower und das Herausgeleiten aus der Kontrollzone von Canberra Approach.
Dann waren wie wieder über viel Nichts – Australien hat soviel unbewohntes Gebiet, daß man manchmal im Flug echt keine Ahnung hat wie man Identifizieren soll wo man ist. Da helfen schon 2-3 Häuser, welche auf den Flugkarten als Township eingezeichnet sind.
Immerhin gibt es ja auch Helferlein wie NDBs und GPS (durfte ich aber immer nur mal kurz benutzen um meine geschätzte Position zu verifizieren – es ging ja darum nach Karte und optischen Merkmalen zu fliegen).
Nach etwa anderthalb Stunden Rückflugzeit über zum Teil recht unebenes Gebiet in dem man keinen Motorschaden haben will kam der Flugplatz wieder in Sicht und ich reite mich ein in die Platzrunde um bei recht bockigem Seitenwind zu landen.
Gestern war ein Tag der etwas anderen Art. Wir wurden morgens von einem Klingeln an der Haustür geweckt, dem wir nicht viel Aufmerksamkeit schenken, da wir niemanden erwarteten.
Als wir dann kurz danach aufgestanden sind fiel uns auf, daß der Strom nicht geht. Naja, wir dachten, daß wohl ein Handwerker im Haus ist, der uns vorher eben Bescheid geben wollte, daß der Strom abgestellt wird. Also dachten wir uns nichts Böses und Madlen ist zur Arbeit und ich auf den Flugplatz gefahren. Nachdem es um 2 Uhr nachmittags immer noch kein Strom bei uns gab (konnte man gut testen indem man einfach zu Hause angerufen hat und der Anrufbeantworter immer noch nicht funktioniert) ist Madlen nach Hause gefahren und hat die Idee gehabt, daß unser Stromanbieter AGL uns ABSICHTLICH den Strom abgestellt hat. Es gab nämlich vor Wochen mal ein Schreiben welches sowas androhte, allerdings war das schon lange geklärt – dachten wir…
Also hat Madlen mit der Hotline von AGL telefoniert, unsere Relocations-Agentur angerufen (die hatten den Vertrag abgeschlossen für uns) und Energy Australia (die kontrollieren unser Gebiet hier). Überall natürlich Warteschleifen und jede Menge Callcenter-Spaß (please press 1 for…., 2 for…. – we may record this call for training purposes). Als ich nach Hause kam war sie schon ziemlich entnervt
Aber ich traf einen Servicemann von Energy Australia auf unserer Treppe und dachte: Cool, der wird bestimmt gleich (endlich) unseren Strom wieder anstellen. Wir erwarteten nämlich auch Gäste um 19 Uhr – und das Bier und der Wein mußte noch kalt werden. Ausserdem wurden die Sachen im Kühlschrank auch nicht besser…
Der Mann von Energy Australia war jedoch wegen Appartment 11 da – unseres ist Appartment 1. Ich fragte ihn trotzdem ob er nicht unseren Strom auch anstellen könne – nach ein paar Telefonaten meinte er jedoch, daß er nicht autorisiert sein da zu tun….also weiterhin nix mit Strom und es war schon 17 Uhr.
Ich habe mich dann auch mit dem Handy in die Callcenter-Warteschleifen-Computermenü-Hotlines eingewählt und nachdem AGL mir mehrmals versichert hat den Auftrag an Energy Australia gegeben zu haben und mir Energy Australia (auf einer anderen Hotline) immer versichert hat, daß entweder der mir genannte Servicecode zu nicht zu unserer Adresse gehörte und/oder der betreffene Servicecode nicht vorliegt war ich auch bald am Ende mit meinen Nerven.
Die beiden Unternehmen stehen hier arg in Konkurrenz und sprechen nicht miteinander – das darf der Kunde übernehmen.
Also habe ich mindestens zehn Mal mit AGL und genauso oft mit Energy Australia telefoniert bis mir dann ein AGL Hotline-Mitarbeiter sagte, daß wir doch gar keinen Vertrag mit AGL haben für Strom. Grossartig dachte ich…jetzt wird’s lustig. Er hat mir empfohlen doch einen Vertrag mit Energy Australia (also der Konkurrenz) abzuschliessen, da AGL unser Gebiet gar nicht beliefert. Nun hatten wir aber einen Vertragsnummer und auch schon Stromrechnungen von AGL erhalten – lag also nahe, daß wir doch irgendwie einen Vertrag haben. Da hab ich dem Menschen an der Hotline dann schon nicht mehr ganz so freundlich zu verstehen gegeben.
Nun hat er sich in seine Warteschleifenmusik zurückgezogen und mußte erstmal mit seinem Supervisor sprechen. Nach ca. 5 Min (Warteschleifenmusik müßte irgendwie interessanter werden – immer nur die doofe Werbung für die doch so tollen Produkte machen keinen Spaß) kam er dann an die Leitung zurück und entschuldigte sich tausend Mal. Es hat irgendein Mißverständnis gegeben und sie werden Energy Australia sofort beauftragen, daß wir bis 19 Uhr unseren Strom bekommen. Unsere Relocationagentur hat parallel auch nochmal eskaliert und so war nun hoffentlich alles auf dem Weg.
Nun bin ich erstmal losgefahren und habe 10kg Eis besorgt, damit wir die Getränke kalt stellen konnten. Madlen hat parallel angefangen zu kochen – Gas gab’s ja immerhin noch
Um ca. 19:30 kam dann auch endlich jemand und hat unseren Strom wieder angestellt…wir hatten schon Kerzen angemacht und uns auf einen Abend mit Kerzenlicht und Taschenlampen vorbereitet.
December 7, 2007
Juchu – ich bin heute das erste Mal allein und ohne Fluglehrer ein paar Runden um den Platz geflogen. Eigentlich wollten wir ja einen Navigationsflug nach Canberra machen (haben schon Anfang der Woche einen schönen Flug entlang der Küste gemacht), aber das Wetter ist hier im Moment recht unbeständig mit heftigen Gewittern. Also haben wir diesen Flug verschoben und statt dessen meinte Jim, daß ich doch endlich mal ohne ihn fliegen sollte.

Und so hab ich dann ein paar Platzrunden mit “Touch-and-go” Landungen gemacht bis mir der böhige Seitenwind von dem aufkommenden Sturm und Gewitter zu gruselig wurde – man muß am ersten Tag ja nicht gleich übertreiben, denn ich war auch so nass genug geschwitzt. Hinterher gab es natürlich jede Menge Händeschütteln zur Gratulation – zum Glück haben die Motorflieger nicht die Tradition der Segelflieger wo einem von allen Anwesenden der Hintern versohlt wird.
Den Flug nach Canberra machen wir dann voraussichtlich am Montag – vorbereitet habe ich ihn schon soweit ich kann. Bin mal gespannt wie das wird auf einem Flugplatz zu landen wo auch die “Grossen” ein- und ausfliegen.
Hier nun endlich unser Reisebericht. Das Sichten der Fotos hat ein wenig Zeit gebraucht. Die Fotos findet ihr hier.
Madlen hatte ein sog. Bootcamp vom SAP in Kamakura (in der Nähe von Tokyo) bei dem sich die Kollegen aus Japan, China und eben dem restlichen Asia-Pacific-Raum dort getroffen haben (neben Australien auch Neuseeland). Daraus entstand die Idee, diesen Flug dazu zu nutzen ein paar Tage Urlaub in Japan zu machen und dort Tokyo und Kyoto zu erkunden. Da Madlens Flug bezahlt wurde mußten wir nur für meinen Flug aufkommen (und natürlich die zusätzlichen Unterküfte).
Ich muß ja sagen, daß mich Asien als Reiseland nicht gerade gereizt hat – und Japan mit seinen Millionen Menschen schon garnicht. Aber Madlen hat mich überredet und ich muß zugegen, daß ich nun froh bin mir Japan einmal näher angesehen zu haben.
Wir sind also am Samstag, den 24. November recht früh hier aus Sydney aufgebrochen zum Flughafen um dort in eine komplett ausgebuchte JAL (Japan Airlines) Maschine zu steigen. Zum Glück haben wir einen Platz am Notausgang bekommen, denn wir sind Economy geflogen (der Flug war so teuer als wenn man nach Europa fliegen würde) und die Sitze in der Maschine waren nur für Japaner gemacht. Ich hätte nirgendwo meine Beine unterbringen können

Also 9,5 Stunden später in Tokyo angekommen war es schon abend und wir mußten noch in die Stadt, denn der Flughafen liegt eine gute Stunde mit dem Zug ausserhalb. Madlen hatte Zugvoucher besorgt, welche wir nun in ein Ticket umtauschten und uns in den Zug setzten nach Tokyo Station. Dort angekommen haben wir die richtige Linie gesucht, welche uns zu unserem ersten Hotel in Akasaka bringen sollte. In Tokyo findet man neben der JR Line noch diverse Subway-Linien, welche von verschiedenen Unternehmen betrieben werden (welche natürlich auch alle eigene Tickets haben). Hier mal eine “Übersicht” (wenn man das Wort hier noch verwenden kann) nur des Innenstadtbereiches:
Eine kompletter Übersichtsplan (mit Vororten) ist hier zu finden: Tokyo Trainmap. Wer da noch durchsteigt ist echt gut.
Aber schon hier haben wir gemerkt, daß die Japaner extrem hilfsbereit und freundlich sind. Man erkennt uns als Touristen natürlich sofort: Zwei-Meter Männer gibt es nicht in Japan und blonde Frauen auch eher selten. Es wollten uns also diverse Leute helfen, aber davon sprach keiner Englisch (bis auf eine Frau, welche uns dann in den richtigen Zug verfrachte). Die Züge in der Innenstadt fahren von früh morgens bis ca. Mitternacht alle 2-3 Minuten (teilweise auch öfter). Und trotzdem sind sie immer voll…
Generell war die Sprache eine der größten Hürden, denn sowohl auf Speisekarten, Landkarte / Hinweistafeln, etc war immer nur japanisch zu lesen. Weiterhin können die wenigsten Japaner englisch sprechen. Also haben wir uns mit unserem Lonely Planet und diversen Karten meist selbst durchgeschlagen zu den Orten die wir suchten (hat meistens auch geklappt).
Angekommen im Hotel wurden wir auf japanische Art überhöflich und mit diversen Verbeugungen empfangen und zu unserem Zimmer im 36ten Stock begleitet. Es gab es noch einen Snack zu Abendbrot und dann waren wir für den Tag auch fertig genug um in den Tiefschlaf zu fallen.
Am nächsten Tag (Sonntag) ging es früh los, schnell ein wenig Frühstück um die Ecke gefunden (die Japaner essen meistens Misosuppe zum Frühstück, dazu rohen Fisch – aber zum Glück gibt es auch ein paar Kaffeeläden mit Bagels & Co). Wir haben dann versucht das Metro-System mit den diversen Tickets zu verstehen (die Automaten sind natürlich alle nur auf japanisch beschriftet) und haben einfach ein Tagesticket in einem Office gekauft. Dann haben wir uns auf den Weg gemacht zunächst nach Ginza. Dort sind wir ein wenig rungestreunt und haben den gläsernen Lift auf den Dentsu Tower genommen (auch glaube es war der 46te Stock) von wo aus man schon eine ganz ordentliche Sicht auf diese riesige Stadt hatte:

Weiter ging es mit der U-Bahn (herrlich – nie lange warten) nach Ueno wo wir zunächst durch den riesigen Park gelaufen sind uns einen Tempel angesehen haben und danach durch die Amejoko Arkaden gelaufen sind wo es neben Frisch (frisch
und getrocknet), Obst und Gemüse noch allerlei anderes Zeugs zu kaufen gab. Es war sehr voll und die Japaner sind dann im Menschengedränge auch auf einmal nicht mehr ganz so höflich sondern drängeln sich schonmal durch und rempeln einen an. Aber es war eine schöne Stimmung mit all den Marktständen, den Gerüchen von Seetank, Fisch, Reiskräckern, Obst & Co – eben ein richtiger asiatischer Markt.
Weiter ging es dann nach Asakusa – ein weiteres Zentrum im Nordosten der Stadt. Dort gab es eine weitere Gasse, welche am Ende auf einen riesigen Tempel mündete. In der Gasse selbst wurden weniger Lebensmittel als Gebäck (viel dort frisch auf dem Markt hergestellt), Reiskuchen (gefüllt mit roter Bohnenpaste, lecker) und diverse Kleidung, Masken, etc verkauft. Aber auch hier drängelten sich die Menschen dicht an dicht. Wir schlenderten auch hier durch die Gänge und kosteten diverses Gebäck und grüner Tee Reiskuchen und schauten uns den vollen Tempel an. Dieser Tempel wird sehr gern besucht und so fanden sich diverse Menschen, welche eine Räucherkerze anzündeten, Wünsche auf Zettel schrieben und an Bäume hängten, sich mit dem Wasser wuschen und natürlich Geld am Tempeleingang einwarfen um dann kurz zu beten und den Gong zu schlagen.
Zurück am Hotel sind wir abends noch mit Victor (einem SAP-Kollegen von Madlen) essen gegangen in Roppongi. Hier hatten wir wieder einmal das Sprachproblem und haben die Speisen nur anhand von Fotos auf der Speisekarte bestellt – meist kam jedoch nicht das was wir anhand der Fotos geglaubt hatten bestellt zu haben
Aber wir hatten trotzdem einen lustigen Abend (und die Bedienung sicher auch).
Am nächsten Tag haben wir uns nach (West-)Shinjuku (ein weiteres Zentrum im Westen der Stadt) aufgemacht. Dort stehen einige der größten Wolkenkratzer von Tokyo, unter anderem auch das Tokyo Metropolitan Government Building von dem man kostenlos eine herrliche Aussicht auf die Stadt hat. Allein in diesem Gebäude arbeiten 13.000 Menschen. Ausserdem ist hier die am meisten frequentierte Bahnstation der Welt (ca 3,3 Mio Leute täglich nutzen nur diese Stadtion).
Daneben gibt es noch weitere extrem hohe und zum Teil architektonisch sehr schöne Gebäude (wenn man bei Hochhäusern überhaupt von schön reden kann).
Im Lonely Planet war ein Gang durch die Gebäude und Strassen vorgeschlagen. Durch diverse Strassen entlang verschiedenener Gebäude fühlte man sich ganz schön klein. Wir sind dann auf einen der Tower gefahren und haben den Blick dort genossen – Tokyo ist riesig, hat unendlich viele Wolkenkratzer und Zentren und scheint nie zu enden, egal in welche Richtung man schaut.
Nachdem wir genug hohe Gebäude von aussen und innen gesehen hatten, uns mit einem Lunch gestärkt hatten sind wir über Harajuku in das Gebiet Omotesando gefahren. Hier finden die vielen Reichen und Schönen der Stadt Ihre Designerkleidung. Und hierin ist Tokyo echt groß. Die Menschen auf den Strassen sind alle gut gekleidet. Sie tragen alle modische Dinge und die jungen Japaner sehen nicht selten aus wie Models in den neusten Kollektionen. Und nicht nur die Kleidung ist perfekt abgestimmt. Die Haare und das Makeup, Schuhe, Handtasche – alles paßt perfekt. Davon ist man in Australien noch meilenweit entfernt
Über die vielen kleinen Gassen mit stylischen Läden und Cafes ging es nach Shibuya. Hier gibt es viele weitere Einkaufsläden und Shoppingstrassen in denen die Jugend von Tokyo ihre Designerkleidung kauft. Allein das Center Shibuya-109 ist mit zahllosen Läden (alle nur für’s weibliche Geschlecht) einen Besuch des Staunens wert.
Ein weiteres Highlight ist die Kreuzung direkt vor der Bahnstation. Hier reihen sich unzählig viele Menschen während der Rotphase auf. In der Grünphase wirkt die Kreuzung wie ein riesiger Ameisenhaufen. Man bekommt schon ein wenig Angst wenn man die Massen auf sich zulaufen sieht – aber es geht alle ohne Chaos und Gerempel über die Strasse und nach einer Minute ist der Spuk vorbei und man muß wieder 2-3 Minuten warten bis es sich wiederholt (und es wiederholt sich den ganzen Tag und bis spät in die Nacht hinein).
Dinner hatten wir an diesem Abend mit einem japanischen Kollegen von SAP und Victor. Es war schön jemanden dabei zu haben, der sich mit der Bedieung austauschen konnte und für uns einfach bestellte (wir hätten eh nichts bestellen können, da es in der Speisekarte keine Bilder gab). Es gab diverse kleine typisch japanische Köstlichkeiten aller Art mit Erklärung, dazu natürlich Sake und Bier.
Am Dienstag sind wir mit dem Shinkansen (genauer der Tōkaidō Shinkansen Linie) nach Kyoto gefahren. Leider war das Wetter nicht so gut das man den Mount Fuji sehen konnte.
Kyoto selbst ist sehr viel kleiner als Tokyo und hat eine Menge kleine Gassen in den gerade mal ein Auto durchpaßt. Natürlich laufen hier aber auch allerlei Menschen herum und dazu fahren noch Fahrräder kreuz und quer. Manche Gassen sind aber so klein, daß hier nur Fußgänger laufen – und hier findet man diverse kleine und schöne Restaurants (die Auswahl war für uns aber wieder eingeschränkt aufgrund fehlender Bilder und keiner englischen Karten). Neben den Restaurants fanden sich (wie auch schon in Tokyo) sehr viele “Clubs” und Bars. Die Japaner sind hier scheinbar sehr locker was Clubs mit Hostess-Service angeht und es ist sehr beliebt dort den Abend zu verbringen (und es gibt auch Clubs für Frauen in denen Männer bedienen). Neben den Clubs gibt es auch eine Menge “Love-Hotels“. In diesen kann man sich sehr anonym einbuchen – entweder für ein paar Stunden oder für die Nacht. Es gibt keine Rezeption, sondern maximal ein Telefon und/oder kleines Fenster in der Wand und man wählt ein freies Zimmer per Automaten.
Überhaupt lieben die Japaner Automaten: An jeder Ecke ein Getränkeautomat (Heiß- und Kaltgetränke), Automaten in Ramen-Restaurants an denen man sein Essen bestellt, Liquor-Store-Automaten an denen man sein Bier kaufen kann, etc.
Den nächsten Tag in Kyoto haben wir mit einem Tempelbesuch begonnen. Die Farben der Bäume herum waren von gelb bis leuchtend Rot und es war eine fantastisch herbstliche Stimmung.
Im Anschluß ging es dann auch schon wieder zurück zum Bahnhof zum Zug nach Tokyo. Dort trennten wir usn für zwei Tage – Madlen ist nach Kamakura gefahren und ich habe mich mit Chris (dem Freund von Kasey, einer Arbeitskollegin von Madlen) in Tokyo getroffen um dort die zwei Tage zu verbringen.
In der Zwischenzeit hatten wir schon ganz gut herausgefunden wie das Bahnsystem funktioniert und so haben wir nochmal diverse Stadtteile erkundet. In Asakusa habe ich dann noch zwei echte japanische Messer in einem kleinen, versteckten Laden gekauft (dem Lonely Planet sei gedankt für diesen Tip). Nachmittags gings noch ins Electric City, ein Kaufhaus für Elektronic (und auch das lieben die Japaner über alles). Auf 9 Stockwerken nichts anderes als Grossbildschirme, blinkende Leuchtreklame für alle möglichen Produkte, alles an neuen technischen Spielzeugen und jede Menge Lärm durch Lautsprecher und Mikrofon-Verkäufer. Totale Überreizung der Sinne mal wieder (wie so oft).
Neben der optischen und akustischen Extrem-Beschallung in Kaufhäusern und Einkaufsstrassen lieben die Japaner ja auch ihr Glücksspiel (was offiziell natürlich verboten ist). Also sitzen immer unzählige Menschen in den Spielhallen und spielen mit Kugeln an Automaten (um wieder Kugeln zu gewinnen). Diese Kugeln werden (so hat man uns erzählt) dann gegen einen Preis eingetauscht am Ende und man geht mit dem Preis umdie Ecke und “verkauft” ihn gegen Geld.
In diesen Spielhallen ist es extrem grell, laut, voll und ich habe keine Ahnung wie es ein Mensch länger als 1-2 Minuten aushalten kann. Ich selbst war zweimal kurz in so einem Laden und meine Sinne wurden komplett überreizt, so daß ich schnell wieder herauslaufen mußte.
Mit Chris habe ich dann neben diversen Elektronikläden auch das Rotlichviertel von Shinjuku erkundet: Kabukicho. Es war uns allerdings nach einer Weile zu nervig andauernd mit schlechtem Englisch angequatscht zu werden ob wir nicht in einen der Clubs oder “Massage-Bars” eintreten wollen.
In Shinagawa (ein weiteres Businesszentrum Tokyos) haben wir dann unsere Mädels nach zwei Tagen wiedergetroffen.
Am vorletzen Tag sind wir morgens (nicht ganz früh, aber noch morgens) zum Fischmarkt gefahren. Da die Japaner sich ja überwiegend von Fisch ernähren (und damit leider auch extrem viel Fisch aus den Weltmeeren fangen) ist der Fischmarkt hier riesig und die Menge, welche täglich umgesetzt werden auch: Über 60.000 Menschen transportieren, handeln und verkaufen hier täglich (!) über 2000 Tonnen Fisch.
Neben riesigen Thunfischen gab es allerlei anderes Meeresgetier zu sehen, unter anderem natürlich auch Rogen, Muscheln, Schnecken, Quallen und Seetank – alles in rauhen Mengen und das meiste frisch gefangen (ein paar Dinge waren tiefgefroren).
Danach mußten wir natürlich in eine Sushi-Bar zum zweiten Frühstück. Ich war (leider) ein wenig mutig und habe mir die 9-Pieces-Sashimi Platte bestellt. Ich bekam neben leckerem Thunfisch auch allerlei Fisch, Rogen und Muschelfleisch was gar nicht mein Fall war. Zum Glück meinte der Sushimeister es gut mit mir und sah mir an, daß ich in meinen Sushi-Fortschritten von den Japanern noch weit weg bin. Er tauschte diverse Dinge gegen leichtere Kost.
Den Nachmittag haben wir damit verbracht uns die Designer-Gebäude von Prada, Gucci & Co in Omotesando anzusehen und ein wenig Kleinkrams zu kaufen (Madlen mußte einen Handyanhänger von Prada haben). Ausserdem waren wir noch im Spiral-Building und haben uns ein wenig die Kustausstellung dort angesehen bevor wir uns langsam nochmal nach Shibuya durchgeschlagen haben. Dort haben wir dann den (letzten) Abend in einem Izakaya names Sakana-Tei verbracht – einer Art japanischem Trinkhaus mit gutem Essen. Es war ein kleiner Raum im 3. Stock eines Hauses in dem maximal 20 Leute Platz hatten. Dazu kam dann die offene Küche in der allerlei kleine Speisen zubereitet worden sind.
Wir hatten schon bestellt und mit unserem ersten Sake mit den anderen Gästen Kontakt aufgenommen (sie waren alle wieder sehr hilfsbereit und interessiert) als sich herausstellte, daß der (rechte auf dem Foto) Kochgehilfe ein paar Jahre in Österreich gelebt hat und deshalb recht gut Deutsch konnte.
Wir haben nach dem Dinner noch die sehr hohe Konzentration von Love Hotels bewundert und das ein oder andere genauer angesehen – allerdings ohne uns einzubuchen, da die Zimmer doch recht wie “normale” Hotelzimmer aussahen (und das hatten wir ja ohnehin).
Am letzten Tag sind wir nochmal nach Roppongi Hills gefahren um dort im Mori-Tower das Mori Art Museum (Contemporary Art) anzuschauen und nochmals den Blick vom Tokyo City View im 54ten Stock zu genießen. Leider war es (wieder) etwas neblig und die Sicht nicht so grandios. Dafür war die Austellung im Museum umso besser. Ausserdem sind in der Umgebung diverse Kunstwerke zu sehen, so auch die 10m große Maman-Spinne direkt vor dem Mori Gebäude.
Insgesamt hat sich die Reise sehr gelohnt und wir haben von Japan einen Eindruck bekommen, welchen wir so vorher nicht erwartet hatten (und unsere Vorurteile waren da mal wieder mit im Spiel). Es ist zwar nicht ganz einfach aufgrund der Sprache dort zu reisen, jedoch durch die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft der Japaner kommt man immer ans Ziel.
Die Menschenmassen sind schon gewöhnungsbedürftig, aber für die Anzahl geht es alles sehr gesittet und friedlich zu, selbst an Wochenende und am späten Abend wenn ein wenig mehr Alkohol getrunken worden ist.
Ich würde wieder dorthin reisen – auch wenn es anstrengend ist wirkt es trotzdem inspirierend und faszinierend. Erholung ist es allerdings nicht (verglichen mit Inselurlaub in der Karibik bspw).
Achja, und dann sind da noch die verrückten Badezimmer-Details. Neben diversen Duschköpfen und elektronisch gesteuerten Brausen findet man auf fast jeder Toilette (auch auf öffentlichen) beheizte Klobrillen mit Bidetfunktion und diversen Geräuschmodi um die eigenen Geräusche zu verstecken. Jedes WC hat also eine Reihe von Knöpfen an einer Seite für alle Funktionen und es ist herrlich damit herumzuspielen.
Und wenn ein wenig von der Ästetik aus Japan und den Menschen dort hier in Australien Einzug erhalten würde wäre das sicher auch nicht schlecht. Und wenn Japan (speziell Tokyo) ein paar Menschen weniger und dafür ein wenig mehr Landschaft und Pflanzen hätte….aber dann wäre Australien wohl nicht mehr Australien und Japan nicht mehr Japan
Aber wer uns mal hier besucht und einen “Abstecher” über Japan machen möchte – es lohnt sich !!!
December 4, 2007
Wir sind gestern morgen wieder in Sydney gelandet. Der Flug ging über Nacht und dementsprechend wenig Schlaf haben wir bekommen. Also hieß es durchhalten und früh schlafen gehen. Mit ein wenig Schlafmangel und Konzentrationsproblemen hatte ich heute in meiner Flugstunde noch zu kämpfen.
Es fühlt sich schon komisch an, wenn man von Japan wieder nach Australien kommt. Zuerst ist einmal alles viel großzügiger und vor allem menschenleerer!!! Keine Menschenmassen auf den Strassen die sich ihren Weg zu den zahllosen Bahnstationen bahnen oder die Kaufhäuser bevölkern um Ihr Geld für schöne Kleidung & Co auszugeben. Dazu noch die zahllosen Spielhallen mit ihrem ohrenbetäubendem Lärm und die viele Leuchtwerbung mit Lautsprecherdurchsagen überall. Aber immerhin fühlt sich Weihnachtsdekoration und Weihnachtsmusik bei 10-15 Grad und Herbst besser an als hier bei 30°C und Sonnenschein
Dazu hat Sydney nur ein “echtes” Zentrum mit Hochhäusern. Tokyo hat zig Zentren (Shinjuku, Ginza, Shibuja, Akasaka und nur ein paar zu nennen, welche wir besucht haben). Und alle haben riesige Hochhäuser. Dazu ist die Stadt einfach riesig. Hingegen ist Sydney eher ein Zusammenschluß von den diversen Gebieten/Stadtteilen mit ihren recht schönen Townhäusern.
Es ist hier einfach alles ruhiger und nicht so hektisch – dazu kommt dann ja noch, daß die Aussies eh recht relaxed und easy-going sind. Und dann ist hier eben auch noch der starke englische Einfluß im Gegensatz zum asiatischen Stil und deren Kultur.
Die Kleidung ist hier im Gegensatz zu Tokyo und Kyoto total häßlich. Die Japaner sind echt gut in Kleidung, Estethik und Stil was ihr Outfit und Präsentation von Dingen angeht. Ausserdem sind sie natürlich alle viel keiner und zierlicher als die Aussies (speziell die Kerle hier erinnern manchmal noch an Knastbrüder mit Ihren Tätowierungen und muskulösen Oberkörpern). Die Mädels und Jungs tragen schicke Designeroutfits, welche ihnen gut stehen und sie manchmal wie Models aussehen lassen. Im Gegensatz dazu tragen die Aussies eher Shorts, T-Shirt (oder auch mal oben ohne) und eben Flipflops. Und dazu wissen sie manchmal nicht, wenn sie etwas NICHT anziehen sollten (bspw den kurzen Minirock und das bauchfreie Shirt wenn man einfach zu dick dafür ist).
Naja, und das Essen ist hier natürlich auch eher gruselig, wenn man die Snacks und schnellen Lunches betrachtet. In Japan gibt es viel Ramen, auch wenn ich nicht immer wußte was es dazu gab. Nach einer Woche Nudeln, Reis, Sushi & Sashim, Seetank, Fischrogen und weitere Meeres-Köstlichkeiten (welche manchmal nicht wirklich köstlich waren für meine Zunge) war ich aber auch mal wieder froh ein schön wabbeliges Sandwisch zum Mittag zu haben
Und man kann hier ja zum Glück auch hervorragend asiatisch (wir haben auch einen sehr guten Japaner um die Ecke) essen gehen.
Fazit: Die Ruhe und das viele Wasser und die grünen Flächen hier tun wieder gut, die Kleidung tut weiterhin manchmal in den Augen weh und das Essen hier ist auf Dauer eher für meinen Gaumen gemacht als die japanische Küche. Man merkt aber sehr stark, daß Australien ein junges Land ohne viel Bräuche, Sinn für Ästhetik und Kultur ist. Der Gegensatz dazu sind die jahrhundertalten Traditionen, Rezepte und Kulturen in Japan. Ein wenig mehr davon würde sich in OZ ganz gut machen meiner Meinug nach. Soviele Menschen wie in Tokyo muss ich aber nicht täglich um mich herum haben, auch wenn es für die Woche sehr spannend und inspirierend war.
Aber Japan ohne japanische Sprachkenntnisse ist kein einfaches Reiseland. Sie sind zwar alle extrem hilfsbereit, aber sprechen meist auch kein Englisch. Und Menüs in Restaurants gab es meist auch nur auf japanisch – wenn Bilder vorhanden waren konnte man wenigstens ahnen was man orderte (auch wenn es dann meist nicht das war wonach es aussah).
Achja, die Toilettensitze aus Japan hätte ich auch gern hier installiert – aber das ist eine andere Geschichte, welche in unserem noch folgenden Japanbericht erzählt wird.